Vorab: Wir sind -> keine „Windkraft-Gegner“! Windenergie ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende, am richtigen Standort unter Wahrung des Schutzes von Mensch und Natur. Wir setzen uns mit Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und Fach-Informationen dafür ein, damit sensible Bereiche des Spessart-Walds gesetztlich geschützt bleiben und nicht für Windparks und Trassen gerodet oder geschädigt werden. Wussten Sie, dass der Spessart als das größte noch zusammenhängende Mischwaldgebiet in Europa einmalig ist und unzählige seltene Biotoparten enthält?
Aktuell: weitere Wald-Flächen in Gefahr!
6. Oktober 2025: Beschlussfassung in Planungsregion 1
Erfolg für den Spessart: W13 komplett gestrichen!
91 Hektar (= fast ein Quadratkilometer) wertvoller Laubmischwald mit seltenen Arten wie Uhu, Mopsfledermaus und Bechsteinfledermaus auf Jahrhunderte gewachsenem Waldboden sind vor Fragmentierung und Degradierung bewahrt.
Frustrierend für den Naturerhalt: In der Abwägung hatten lediglich die Beschlüsse der kommunalen Entscheidungsträger (Gemeinderäte) und das damit verbundene Konfliktpotenzial echtes Gewicht. Denn andere Flächen (z.B. W8 oder W2b) erfüllen von Waldqualität, Biodiversität, Wassereinzugsgebieten, Landschaft und Erholungswert sowie an sich mangelnder Windhöffigkeit die gleichen Merkmale. Das haben über 6000 Einwendungen und naturschutzfachliche und meteorologische Gutachten belegt.
Hochspessart-Waldflächen in Gefahr: W8 und W2b!
Mindestens ebenso wertvolle Gebiete wie W8 oder W2b sind trotz entsprechender Einwendungen von Naturschutzverbänden, Bürgern und Fachleuten als Vorranggebiete für Windkraft festgelegt worden und laufen Gefahr, zu Beschleunigungsgebieten umgewidmet zu werden. Dabei wird ihr natürlicher Klimaschutzbeitrag (nicht nur CO2!) ebenso ignoriert wie Natur-, Wasser-, Wald- und Landschaftsschutz.
Was ist ein Beschleunigungsgebiet?
Für konkrete Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben in Beschleunigungsgebieten entfallen sämtliche Umweltverträglichkeitsprüfungen, darunter auch alles, was Artenschutz, Landschaftsschutz, Waldschutz, Wasserschutz, Bodenschutz betrifft. Auch der natürliche Klimaschutzbeitrag (ein Vielfaches mehr als CO2!) zählt dann nichts mehr.
Am 16. August 2025 trat §28 ROG (Raumordnungsgesetz) in Kraft, womit der Gesetzgeber die Planungsverbände verpflichtet, jedes beschlossene Vorranggebiet in das Verfahren zum Beschleunigungsgebiet überzuleiten.
Wenn die Abwägung dann ebenso Schutzrechte ignorierend abläuft wie bei den Vorranggebieten, dann ist der Hochspessart in Gefahr vom Naturpark mit Nationalparkqualität zum Energie-Industriepark zu werden.
-> 17. Dezember 2025: Beschlussfassung in Planungsregion 2
Im Bereich Mainspessart, Planungs-Region 2, könnten nun jedoch fast 4000 Hektar als VRG erzwungen werden, 2097 Hektar davon im Landschaftsschutzgebiet des Naturparks Spessart.
Hintergrund:
Bis 2027 sind nur 1,1 % der Regionsfläche durch das Windkraft-Lobby begünstigende Erneuerbare Energien Gesetz gefordert. 1,2 % sind in der Planungsregion 2 schon seit langem Fakt. Bis 2032 sollen 1,8 % zur Vorrangfläche für Windkraft werden.
Der Planungsverband Region 2 stellt irrsinnige 3,1 % zur Disposuition. Dabei ist er bereit, ohne Not große Areale in geschützten Hochspessart-Wäldern zu opfern.
Im Mainspessart sind nun riesige Flächen in Gebieten höchster landschaftlicher Eigenart und Erholungswirksamkeit trotz nur mäßiger Windhöffigkeit vorgesehen. Unter anderem W54-II beherbergt extrem wertvolle Waldabteilungen mit uralten Bäumen und grenzt an das einzigartige Naturschutzgebiet Birkler-Aubach.

WKA-Standort W54-2
betroffen: insb. Habichsthal, Frammersbach, Naturschutzgebiet „Birkler-Aubachgrund“
209 Hektar Wald
WKA-Standort W8:
betroffen sind insb. Wiesen, Mosborn, Heinrichsthal und Habichsthal-Frammersbach
34 Hektar Wald
WKA-Standort VRG 2-74
betroffen: insb. Wiesen, Mosborn, Habichsthal
57 Hektar Wald
WKA-Standort VRG 2-937
betroffen: insb. Kempfenbrunn, Mosborn, Frammersbach
203 Hektar Wald
WKA-Standort W2B:
betroffen ist insb. Wiesen (nördlich, nicht im Kartenausschnitt)
58 Hektar Wald
WKA-Standort VRG 2-936
betroffen: insb. Mosborn, Wiesen, Kempfenbrunn
ca. 35 Hektar Wald
Während Windkraft an gewissen Standorten für die Energieerzeugung sinnvoll ist, gilt hier:
Die massiven ökologischen Kosten durch Wald-Zerstörung dürfen nicht akzeptiert werden!
Der Hochspessart ist noch das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet Deutschlands und erfüllt eine untersetzliche Funktion für Mensch, Klima und Natur. Eine Zerstückelung ist eigentlich gesetzlich verboten.
Der Entwurf sieht jedoch erschreckenderweise zusätzlich zu den 250 Meter hohen Turbinen, Rodungsschneisen, etc. vor, dass für jede der ca. 20 Windkraftanlagen in den drei W-Gebieten zusätzlich ca. ein viertel Quadratkilometer hochwertiger Klimaschutz-Wald für Photovoltaik-Anlagen gerodet werden könnte!
Neue Umspannwerke beispielsweise bei Krombach sowie weitere Stromführungstrassen sind in Planung. Und was deutlich wird: Wo ein Windrad steht, kommen bald ganze Windparks hin! Das zeigt die aktuelle Planungsversion im Mainspessart. Dort werden nahezu alle bestehenden Gebiete aufgrund der geschaffenen „Vorbelastung“ erweitert.
Was kannst Du jetzt tun?
- Wende Dich an Gemeinderäte und Bürgermeister, damit sie Dich und die Natur des Spessarts vertreten und sich nicht von unrealistischen Geldversprechen locken lassen!
- Lege auch den verantwortlichen Politikern bis in die höchsten Ränge Deine Argumente und Beweggründe dar – sag Deine Meinung!
- Informiere Dich über den Prozess und nehme alle legalen Möglichkeiten des Widerstandes und der Öffentlichkeitsarbeit wahr: Petitionen an Bund und Land, Einspruch und Klage, Leserbriefe, Demonstrationen, Vorträge und alles, was im Bereich Deiner Möglichkeiten liegt.
- Kartiere die Wälder und die Natur um Deinen Heimatort! Wie das geht, erfährst Du gerne von uns.
Neuer Film: „Windkraft in unseren Wäldern“
Wald-Schutz ist Klimaschutz! Unterstütze die Initiative!
… für natürlichen Klimaschutz und Biodiversität
im größten zusammenhängenden Mischwaldgebiet Deutschlands, dem Spessart.
